Roadtrip durch Rumänien:

Route & Geheimtipps für sparsame Traveller

„Hä? Urlaub in Rumänien?! Das würde mich ja null interessieren.“ 😑🙄🤨 – eine von vielen, immer ähnlichen Reaktionen, die wir bekommen, wenn wir von unsere Reise nach Bukarest und Transylvanien erzählt. 😅 Aber ganz ehrlich? Wers nicht wagt, verpasst was!

Zehn Tage sind wir mit dem Mietwagen durch Rumänien gereist und haben in der Zeit viele Ecken des Landes auf den Kopf gestellt: von Bukarest über die Karpaten zur Transfăgărășan‑Passstraße, weiter nach Brașov, Sighișoara und Viscri. Yep, alles mit dem Mietwagen. Dazu später mehr.

Rumänien war abwechslungsreicher und einfacher zu bereisen, als wir gedacht hätten. Es bietet eine überraschend westliche Infrastruktur an vielen Stellen — und gleichzeitig Orte, die sich noch echt ursprünglich anfühlen. Deshalb ist das Land ideal für Roadtrips: Berge, mittelalterliche Städte, dichte Wälder, kurvige Pässe und urige Dörfer liegen so nah beieinander, dass man in kurzer Zeit viel erleben kann. Die Fahrstrecken sind meist entspannt, die Landschaften dagegen spektakulär. Unser persönliches Highlight: die Transfăgărășan‑Passagen und die Altstadt von Sighișoara — unbedingt anschauen! Und jetzt: Vorhang auf für alle Reisetipps:

Wichtig zu wissen

🛂 Einreise

Rumänien gehört zur Europäischen Union – EU‑Bürger benötigen also kein Visum und der Personalausweis reicht zur Einreise völlig aus. Je nach Abflughafen aus Deutschland dauert der Flug rund 2h.

💰 Währung

Obwohl Rumänien EU Mitglied ist, wird hier mit Rumänischer Leu (RON) gezahlt | 1 EUR ≈ 5,0 RON (Stand 2026). Gute Faustformel: Preise durch 5 teilen, dann hast du den Euro-Preis. Tipp: Fast überall Kartenzahlung möglich, aber für Parkplätze am Berg oder kleine Dorf-Bäckereien immer 200–300 Lei in bar dabei haben.

☀️ Beste Reisezeit

Mai–September (warmes Wetter); Frühling und Herbst ideal für moderate Temperaturen und weniger Touristen.

💬 Sprache

Rumänisch; in Touristenzentren wird oft erstaunlich gut Englisch gesprochen. Außerdem gelegentlich deutsch, da die Siebenbürger Sachsen die Region seit dem 12. Jh architektonisch und sprachlich geprägt haben.

🏷️ Preisniveau

Leicht günstiger als Westeuropa — gilt aber als das teuerste Balkanland.
🍜 Restaurant: ca. 7–12 EUR für ein Hauptgericht inkl. Getränk.
☕ Kaffee / Cappuccino: ca. 2,00–3,00 EUR.
⛽ Benzin: Ähnlich wie in Deutschland, oft minimal günstiger.

🚘 Fortbewegung

Mietwagen empfohlen für Rundreisen; Regionalzüge/Busse sind verfügbar, aber langsamer und nicht immer unzuverlässig.

📱 SIM Karte / Internet

Gute Mobilfunkabdeckung, außer ihr seid mitten in einer Schlucht :D. Eine eSIM ist nicht notwendig und kannst dank EU Roaming dein Handy zu Inlandskonditionen nutzen.

🔒 Sicherheit

Im Allgemeinen sicher — normale Vorsicht in großen Städten vor Taschendiebstahl ist geboten. EU‑Notruf 112

Unsere Highlights in Rumänien

Bukarest

Hauptstadt Rumäniens und der Startpunkt der meisten Reisen. Eine Stadt voller Kontraste zwischen gigantischen Prachtbauten wie dem Parlamentspalast und einer sehr lebendigen, modernen Café-Szene in der Altstadt. Die Stadt wird nicht umsonst „das Paris des Ostens“ genannt. Wer möchte, kann die wichtigsten Sehenwürdigkeiten zu Fuß ablaufen. Hier findest du unsere Route durch die Stadt auf Komoot:
https://www.komoot.com/de-de/tour/3080454591

Brașov (Kronstadt)

Eine wunderschöne Stadt und das Tor zu den Karpaten. Die Stadt ist der perfekte Ausgangspunkt für Erkundungen mit dem Mietwagen. Von hier aus bist du in kürzester Zeit mitten in der Natur, an den berühmten Schlössern oder auf den Passstraßen. Die Altstadt mit der Schwarzen Kirche ist zudem super gemütlich. Auch hier haben wir unsere Tour durch die Stadt mit Komoot aufgezeichnet, die dich an allen wichtigen Punkten vorbei durch die Altstadt führt:
www.komoot.com/de-de/tour/3084044693

Transfăgărășan Passstraße

Oft als die „schönste Straße der Welt“ bezeichnet. Sie schlängelt sich in unzähligen Serpentinen bis auf über 2.000 Meter Höhe. Ein absolutes Muss für jeden Roadtrip – aber Achtung: meist nur von Juni bis Oktober komplett befahrbar! Nehmt euch an den Parkplätzen entlang der Streck die Zeit um auszusteigen und die wunderschönen Aussichten zu genießen!

Bärenstraße am Vidraru-Stausee (Transfăgărășan Südseite) 🐻

Ein Erlebnis, das man kaum glauben kann, bis man selbst dort langfährt. Auf dem südlichen Teil der Transfăgărășan, rund um den Vidraru-Stausee, stehen Braunbären oft direkt am Straßenrand oder sitzen entspannt auf der Leitplanke. Da die Tiere an Autos gewöhnt sind (leider, weil sie oft gefüttert werden), kommt man ihnen hier so nah wie nirgendwo sonst. Ganz wichtig: Bleibt unbedingt im Auto, lasst die Fenster zu und füttert sie nicht – es sind und bleiben Wildtiere!

Bâlea See (Bâlea Lac)

Das Ziel am höchsten Punkt der Transfăgărășan. Der Gletschersee liegt auf 2.034 Metern Höhe und ist umgeben von schroffen Berggipfeln. Hier oben ist die Luft dünn, die Aussicht gigantisch und man kann sogar in einem Eishotel übernachten (im Winter). Ein perfekter Ort für eine Pause oder eine kleine Wanderung.

Canionul Șapte Scări

Der Seven Ladders Canyon ist ein echtes Abenteuer direkt vor den Toren von Brașov! Über sieben Eisenleitern kletterst du direkt neben tosenden Wasserfällen durch eine schmale Schlucht nach oben. Ein absolutes Highlight für alle, die Bock auf Action und Natur haben. (Gutes Schuhwerk ist Pflicht!)

Schloss Peleș

In Sinaia gelegen, gilt es als eines der schönsten Schlösser Europas. Die Architektur und die detailreiche Innenausstattung sind absolut sehenswert und wirken fast märchenhaft.

Sighișoara (Schäßburg) 

Sighișoara ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Die bunten Gassen und der markante Stundenturm fühlen sich an wie eine Zeitreise.

Viscri (Deutsch-Weißkirch)

Auch Viscri ist absolut sehenswert: Ein traditionelles sächsisches Dorf, das für seine Kirchenburg bekannt ist. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein – inklusive unbefestigter Straßen und Pferdewagen.

Die 10 besten Daytrip(Kombi)s

In Rumänien sind so viele unterschiedliche Reiserouten möglich, für Erstbesucher läuft die beliebteste oft so ab: Bukarest für den Stadtvibe, Brașov als strategische Homebase für die Karpaten und schließlich die spektakulären Passstraßen. Wir haben unsere 10 Tage so geplant, dass wir von Brașov aus alles sternförmig anfahren konnten – hier ist unsere Route bzw. die besten Day-Trips zum Nachreisen:

Tag 1: Brașov erkunden

Die süße Altstadt zu Fuß erkunden, kulinarische Köstlichkeiten probieren und die Tâmpa‑Seilbahn zum „Hollwwood“-Sign von Brașov nehmen.

Tag 2: Schluchten‑Abenteuer und Wanderung durch den 7-Ladders-Canyon

Bis zum Eingang des Canyons wandert man ca. 4 km durch wundervolle Landschaft, stetig leicht bergauf. Eine der schönsten Wanerungen, die wir bisher so gemacht haben.

Tag 3: Zărnești‑Klamm & ggf. Schloss Bran

Wunderschöner Klammspaziergang, Aussicht & Mittagessen in Măgura, Schloss Bran am Nachmittag (für alle, die historisch interessiert sind. Wer hier dank der Vermarktung als das „Dracula-Schloss“ (wie wir :D) viel Spektakel rund um den Vampir-Grafen erwartet, wird hier aber enttäuscht.

Tag 4: Bucegi‑Plateau & Schloss Peleș

Seilbahn von Busteni auf den Babele Tafelberg mit atemberaubender Aussicht, dort die „Sphinx“ ansehen. Am Nachmittag weiter zum Peleș Castle in Sinaia

Tag 5: Unser Highlight: Transfăgărășan & Bâlea‑See

Panoramastraße, Cascada Bâlea, Bâlea Lac, Fotostopps
Da die Anfahrt von Brașov aus doch eine Weile dauert, würden wir empfehlen, eine Nacht am Stausee zu verbringen und erst am nächsten Tag wieder entspannt zurück zu fahren. In der Dämmerung habt ihr nämlich zusätzlich die besten Chancen auf Bärensichtungen!

Tag 6: Sighișoara & Deutsch‑Weißkirch

urige Altstadt, mittelalterliche Türme und Dorf-Idylle

Tag 7: Lacul Roșu (Roter See) & Bicaz‑Schlucht